Misshandlung 

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Myanmar: 15-jähriger nach Widerstand gegen Einberufung getötet

(31.05.2010) Soldaten der burmesischen Armee (Myanmar - d. Red.) töteten einen 15-jährigen Jungen, der sich weigerte, zur Armee zu gehen. Das berichtete ein führender Aktivist der Arbeiter. Aye Myint von der Arbeitsrechtsgruppe Guiding Star berichtete Exilmedien am Montag, dass Soldaten des 586. Infanteriebataillons der Division Pego zwei Jungen gefangen nahmen, die in einem Reisfeld fischten. Die beiden Jungen weigerten sich, sich dem Bataillon anzuschließen. Einer von ihnen, Tin Min Naing, wurde angeschossen und dann mit einer Mistgabel getötet, als er zu fliehen versuchte. Den anderen Jungen, Kyaw Win Aung, ließen die Soldaten laufen, nachdem er in einem Tempel Schutz gefunden hatte.

Joe Glenton

Berufungsgericht bestätigt Verurteilung von Joe Glenton zu neun Monaten Haft

Britischer Afghanistankriegs-Verweigerer weiter in Haft

(22.04.2010) Nach Informationen der britischen Organisation Payday verwarf der High Court in London gestern die Berufung des britischen Verweigerers des Afghanistankriegs, Joe Glenton, und bestätigte die Verurteilung zu neun Monaten Haft wegen Unerlaubter Abwesenheit. Connection e.V., die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hessen und Iraq Veterans Against the War (IVAW) Europe sehen seine Bestrafung als Maßnahme, um Kritik im Militär zu unterdrücken. „Seit 2003“, so Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V., „verließen nach Angaben des britischen Kriegsministeriums mehr als 17.000 Soldaten unerlaubt die britische Armee. Das ist eine klare Abstimmung mit den Füßen: Gegen die auch in Großbritannien stark kritisierten Kriegseinsätze in Irak und Afghanistan.“ Chris Capps, Sprecher von IVAW Europe ergänzte: “Sie nahmen sich Joe Glenton vor, weil er das ausgesprochen hatte, was so viele Soldaten denken. Es sollten die verurteilt werden, die den Krieg angezettelt haben und ihn führen, nicht die, die ihn verweigern.“

Russland: Einjähriger Militärdienst hat Dedowschina nicht beendet

(01.03.2010) Die 2008 auf ein Jahr reduzierte Wehrpflicht sollte das Konfliktpotential zwischen Wehrpflichtigen verschiedener Einberufungszeiträume verringern. Die „dedy“ oder „Großväter“ sollten früher entlassen werden, da sie oft neu Einberufene beschimpften, schikanierten oder in anderer Weise misshandelten.

Am Donnerstag hat der Kommandeur des Militärbezirkes Sibirien, Generalleutnant Wladimir Chirkin, Journalisten aber folgendes berichtet: „Das Militär hatte eine erhebliche Abnahme dieser Vergehen erwartet. Bedauerlicherweise bleiben die Schikanen aber weiter ein akutes Problem."

Mehmet Bal

Türkei: Soldaten wegen Misshandlung eines Verweigerers verurteilt

Ein Militärgericht verurteilte am 13. November 2009 drei türkischer Soldaten in Istanbul zu drei Monaten und 10 Tagen Haft, weil sie Mehmet Bal im Juni 2008 „vorsätzlich verletzt“ haben. Mehmet Bal war wegen Militärdienstentziehung am 8. Juni des Jahres verhaftet und im Militärgefängnis Hasdal in Istanbul inhaftiert worden. Seine Anwälte berichteten Amnesty International am nächsten Tag, dass der Vorgesetzte Offizier Mehmet Bal in eine Gefängniszelle bringen ließ und anderen Gefangenen des Militärgefängnisses befahl, zu „tun was notwendig ist, um ihn an die Gefängnisregeln zu erinnern“.