Kolumbien 

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Kolumbien: Wer jung ist, lebt gefährlich

Zwischen Rekrutierung und wirtschaftlicher Unterdrückung

(27.05.2010) Kolumbien ist ein junges Land: Das Durchschnittsalter liegt bei Mitte 20, fast ein Drittel der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt. Dennoch werden die Jugendlichen nicht als eigenständige Gruppe mit eigenen Rechten und Ansprüchen wahrgenommen. Die wirtschaftliche Situation vieler Jugendlicher ist schwierig, die Jugendarbeitslosigkeit extrem hoch. Viele Jugendliche werden Opfer von Zwangsrekrutierungen durch Militär, Guerillagruppen oder paramilitärische Einheiten. Es wird Zeit, die große Gruppe der Jugendlichen endlich als eigenständige politische und gesellschaftliche Akteure wahrzunehmen, meinen die AutorInnen dieses Artikels. (d. Red.)

Kolumbien: Nicht alles ist verhandelbar!

(10.05.2010) Obwohl wir auf der Basis der Gewaltlosigkeit handeln und Dialog, Frieden, Achtung vor dem Anderen und soziale Gleichheit darauf fußen, müssen wir deutlich sagen: Nicht alles ist verhandelbar – nicht alles verdient Dialog und Toleranz. Auch wenn Gewaltlosigkeit bedeutet, Respekt für das Gegenüber zu haben, so heißt das nicht, dass sie gegenüber der Ungerechtigkeit nicht hart sein kann.

Kolumbien: Gegen unseren Willen und unsere Rechte

(29.04.2010) Vielleicht denken viele, dass die Armee, da sie eine Einheit der Regierung und „Verteidiger der Gesetze“ ist, diese auch respektiert, aber beklagenswerterweise weiß die Mehrheit der Menschen nicht, dass die Armee junge Leute einberuft, die dazu NICHT geeignet sind, wie ich, Gabriel Jaime Moscoso Prada, ein weiter junger Mensch aus dieser Stadt, der mit dem Krieg nicht einverstanden ist und der am 12. Februar 2008, dem größten Rekrutierungstag in der Geschichte dieses Lande, einberufen wurde, obwohl er einziger Sohn ist, an der Sena-Universität studiert und zum Sehen eine Brille braucht.

Kolumbien: Die Straftat, sich nicht einreihen zu wollen

(16.04.2010) Der 19-jährige Carlos lebt im Viertel „El Tigre“ der Gemeinde Amalfi. Seit einem Jahr hat er das Grundstück seines Vaters nicht mehr verlassen – hier arbeitet er, isst, schläft und verbringt seinen gesamten Alltag, denn wenn er das Gelände verlassen würde, könnte ihn das Militär sehen und mitnehmen, damit er seinen Wehrdienst ableistet... María betet jedes Mal für ihren Sohn, wenn er zur Universität geht, denn sie weiß, dass Militärs in Lastwagen durch die Straßen ihres Ortes fahren und alle jungen Männer mitnehmen, die sie sehen... Natalié ist ein Jahr alt und jeden Sonntag muss sie ihren Vater im Bataillon von Apartadó besuchen, der dort seinen Wehrdienst leistet, weil der Kommandant ihm die gesetzlich garantierte Freistellung nicht zugestanden hat. Der 19-jährige Roberto, der bis vergangene Woche in der Nähe des Parque Bérrio mitten im Stadtzentrum Medellíns gearbeitet hat, ist nicht mehr zur Arbeit gekommen, weil im Park jeden Tag ein Lastwagen der Armee steht, und alle jungen Männer rekrutiert werden, die dort vorbeikommen...